Die sogenannte New-Age-Bewegung („Neues Zeitalter“) bezeichnet eine Sammelbewegung verschiedener esoterischer, spiritueller und weltanschaulicher Strömungen, die besonders seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts an Bedeutung gewonnen haben. Der Begriff steht in Verbindung mit der astrologischen Vorstellung eines Übergangs vom „Zeitalter der Fische“ zum „Zeitalter des Wassermanns“. Damit verbunden ist die Erwartung eines neuen Zeitalters des Friedens, der Harmonie und eines erweiterten Bewusstseins der Menschheit.[1]
New Age verbindet häufig Elemente aus östlichen Religionen, Esoterik, Astrologie, Meditation, Mystik und alternativen Spiritualitäten. Im Mittelpunkt steht oftmals die Vorstellung, dass der Mensch durch Bewusstseinserweiterung, spirituelle Entwicklung oder bestimmte Techniken zu höherer Erkenntnis gelangen könne.[2]
Historisch wurde die Bewegung besonders durch theosophische Strömungen des 19. Jahrhunderts beeinflusst. Eine bedeutende Rolle spielte dabei die 1875 gegründete Theosophische Gesellschaft von Helena Petrovna Blavatsky und Henry Steel Olcott. Die Theosophie vertrat die Auffassung, dass alle Religionen nur Teilaspekte einer höheren Wahrheit seien und der Mensch durch geistige Entwicklung zu höherer Erkenntnis gelangen könne.[3]³ Später beeinflussten Autoren wie Alice A. Bailey die moderne New-Age-Bewegung mit Vorstellungen eines kommenden spirituellen Weltbewusstseins und einer religiösen Welteinheit.[4]
Aus christlicher Sicht wird die New-Age-Bewegung kritisch beurteilt, weil sie häufig Vorstellungen vertritt, nach denen der Mensch durch eigene spirituelle Entwicklung, Bewusstseinserweiterung oder bestimmte Techniken zu höherer Erkenntnis oder Erlösung gelangen könne. Zudem werden religiöse Wahrheiten oftmals relativiert oder verschiedene Religionen miteinander vermischt. Der christliche Glaube lehrt dagegen, dass Gott der personale Schöpfer der Welt ist und der Mensch sein Heil nicht selbst bewirken kann, sondern es als Gnade Gottes empfängt.[5]
Ebenso steht die Vorstellung einer Selbsterlösung oder einer Vergöttlichung des Menschen im Gegensatz zum christlichen Verständnis von Erlösung. Die Kirche warnt darüber hinaus vor religiösen Praktiken und Weltanschauungen, die das Vertrauen auf Gott durch esoterische, okkulte oder synkretistische Vorstellungen ersetzen können.[6]
[1] Duden: „New Age“; vgl. religionswissenschaftliche Darstellungen zum Begriff des „Wassermannzeitalters“.
[2] Vgl. Clemens Pilar: Esoterik, New Age und christlicher Glaube, Wien 2010, S. 10 ff
[3] Vgl. Helena P. Blavatsky: The Secret Doctrine; zusammenfassend bei Gibello und Dörflinger.
[4] Vgl. Alice A. Bailey: The Externalisation of the Hierarchy; außerdem zusammenfassend bei Pilar und Dörflinger.
[5] Katechismus der Katholischen Kirche §1996–2001
[6] Katechismus der Katholischen Kirche §2110–2117; Youcat Pattlich Verlag, S. 195 f (355–357)