In der Religionswissenschaft bezeichnet dieser Begriff Bewegungen, die Elemente des Christentums oder der Bibel übernehmen, diese jedoch mit Sonderlehren, zusätzlichen Offenbarungen oder eigenen Schriften verbinden und klassische Glaubenssätze neu interpretieren.[1]
Die Kirche beurteilt diese Gruppen kritisch, wenn sie fundamentale Glaubenswahrheiten verändern oder zusätzliche Offenbarungsquellen einbringen:
- Abschluss der Offenbarung: Die katholische Kirche lehrt, dass die Offenbarung in Jesus Christus ihre Vollendung gefunden hat. Das Glaubensgut wird unveränderlich in der Einheit von Heiliger Schrift und Tradition bewahrt.[2]
- Ökumenisches Fundament: Unverrückbare Grundlage des christlichen Glaubens sind die altkirchlichen Dogmen: die Dreifaltigkeit Gottes, die wahre Gottheit Jesu Christi sowie sein Kreuzestod und seine leibliche Auferstehung.[3]
[1] Vgl. Hock, Klaus: Einführung in die Religionswissenschaft, 5. Aufl., Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2014
[2] Katechismus der Katholischen Kirche (KKK), Pattloch Verlag, München 2005, §74–95.
[3] Ebd., §232–267 und §422–682.
[4] Vgl. Gasper, Hans / Müller, Joachim / Valentin, Friederike (Hrsg.): Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen, Herder, Freiburg 2001
[5] Ebd.
[6] Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre: Erklärung zu den Weihen von El Palmar de Troya, 12. März 1983, in: AAS 75 (1983)
[7] Vgl. Faivre, Antoine: Access to Western Esotericism, SUNY Press, Albany 1994
[8] Vgl. Clarke, Peter B.: Encyclopedia of New Religious Movements, Routledge, London/New York 2006
[9] Vgl. Gasper / Müller / Valentin: Lexikon der Sekten
[10] Vgl. Chryssides, George D.: Historical Dictionary of Jehovah’s Witnesses, Rowman & Littlefield, Lanham 2019, Lemma: „Jehovah’s Witnesses“