Esoterik

Der Begriff Esoterik stammt vom griechischen Wort esōterikós und bedeutet „innerlich“ oder „zum inneren Kreis gehörend“. Gemeint sind Lehren und Praktiken, die verborgenes Wissen oder besondere geistige Erkenntnisse vermitteln sollen. Heute wird der Begriff für verschiedene spirituelle und okkulte Strömungen verwendet, die sich mit Bewusstsein, innerer Erfahrung, spiritueller Entwicklung und verborgenen Kräften beschäftigen.[1]

In vielen esoterischen Vorstellungen steht die persönliche geistige Entwicklung des Menschen stark im Mittelpunkt. Teilweise wird angenommen, der Mensch könne durch besondere Erkenntnisse, Übungen oder spirituelle Techniken zu höherer Vollendung gelangen. In der christlichen Literatur wird dies kritisch als eine Form von Selbstvervollkommnungs- oder Selbsterlösungsdenken beschrieben.

Der christliche Glaube lehrt dagegen, dass Gott der personale Schöpfer der Welt ist und der Mensch sein Heil nicht aus sich selbst, sondern von Gott empfängt. Der Mensch ist Geschöpf Gottes und nicht selbst göttlich.

Deshalb warnt die katholische Kirche davor, das Vertrauen auf spirituelle Praktiken, verborgene Kräfte oder religiöse Wege außerhalb des Glaubens an Gott zu setzen. Im Zusammenhang mit dem ersten Gebot werden Aberglaube, Magie, Wahrsagerei, Okkultismus und ähnliche Praktiken abgelehnt, da sie das Vertrauen auf Gott verdrängen können.[2] Christen sollen ihr Vertrauen allein auf Gott setzen und ihre Vollendung nicht in esoterischen Praktiken oder Selbsterlösungswegen suchen.[3]

[1] Encyclopaedia Britannica, Stichwort „Esotericism“.

[2] Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche, S. 162 (Nr. 445).

[3] YOUCAT Pattloch Verlag, S. 195–197 (Nr. 355–356).

Aus: Katechismus der Katholischen Kirche Kompendium, S. 163 f und Youcat Pattloch Verlag, S. 194 ff