Neben den zuvor genannten Gruppierungen existieren weitere religiöse und weltanschauliche Bewegungen, die sich keiner einzelnen Kategorie eindeutig zuordnen lassen. In der Religionswissenschaft werden solche Gemeinschaften häufig als synkretistische Bewegungen beschrieben, da sie religiöse, philosophische, kulturelle und gesellschaftliche Elemente verschiedener Herkunft miteinander verbinden.[1]
Aus christlich-theologischer Sicht werden solche Bewegungen kritisch beurteilt, wenn sie den universalen Wahrheits- und Heilsanspruch Jesu Christi relativieren oder ein Gottes- und Menschenbild vertreten, das der biblischen Offenbarung widerspricht:
Einzigkeit Christi: Die Kirche lehrt, dass Jesus Christus die endgültige und unüberbietbare Offenbarung Gottes sowie der universale Erlöser der Menschheit ist.[2] Eine Gleichstellung Christi mit anderen Religionsstiftern widerspricht daher dem christlichen Glaubensverständnis.
Warnung vor Synkretismus: Die kirchliche Lehre warnt vor einer Vermischung verschiedener Religionen und Weltanschauungen, wenn dadurch zentrale Glaubensaussagen relativiert oder ersetzt werden.[3]
Zuordnung relevanter Gruppierungen:
[1] Vgl. Hock, Klaus: Einführung in die Religionswissenschaft, 5. Aufl., Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2014
[2] Katechismus der Katholischen Kirche (KKK), Pattloch Verlag, München 2005, §50–67 sowie §430–455; vgl. auch Kongregation für die Glaubenslehre: Dominus Iesus. Erklärung über die Einzigkeit und die Heilsuniversalität Jesu Christi und der Kirche, 6. August 2000.
[3] Vgl. YOUCAT. Jugendkatechismus der Katholischen Kirche, Pattloch Verlag, München 2011, Nr. 136 sowie Nr. 355–356.
[4] Vgl. Smith, Peter: An Introduction to the Baha’i Faith, Cambridge University Press, Cambridge 2008
[5] Vgl. Gasper, Hans / Müller, Joachim / Valentin, Friederike (Hrsg.): Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen, Herder, Freiburg 2001
[6] Vgl. Clarke, Peter B.: Encyclopedia of New Religious Movements, Routledge, London/New York 2006