Unter Neuoffenbarungsbewegungen werden in der Religionswissenschaft religiöse Gruppen verstanden, die sich auf fortlaufende oder direkte Offenbarungen Gottes bzw. Jesu Christi durch einzelne Personen berufen. Diese Personen verstehen sich in der Regel als Vermittler oder Sprachrohr göttlicher Botschaften. Charakteristisch ist dabei eine starke charismatische Autoritätsbindung der Anhängerschaft an die jeweilige Offenbarungsperson.[1]
Aus christlich-theologischer Sicht wird der Anspruch fortlaufender Neuoffenbarungen kritisch bewertet, wenn diese als Ergänzung, Korrektur oder Überbietung der biblischen Offenbarung verstanden werden.
Abschluss der Offenbarung: Die katholische Kirche lehrt, dass die öffentliche Offenbarung Gottes mit dem Apostelzeitalter abgeschlossen ist und keine neuen, für den Glauben verbindlichen Offenbarungen zu erwarten sind.[2]
Fülle in Christus: Der christliche Glaube betont, dass sich Gott in Jesus Christus endgültig und vollständig offenbart hat. Private Offenbarungen können nach kirchlicher Lehre den Glauben vertiefen, besitzen jedoch keine neue, über der Offenbarung stehende Autorität.[3]
Zwei häufig genannte Beispiele im deutschsprachigen Raum sind:
[1] Vgl. Clarke, Peter B.: Encyclopedia of New Religious Movements, Routledge, London/New York 2006
[2] Katechismus der Katholischen Kirche (KKK), Pattloch Verlag, München 2005, §66.
[3] Ebd., §67 sowie §73.
[4] Vgl. Gasper, Hans / Müller, Joachim / Valentin, Friederike (Hrsg.): Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen, Herder, Freiburg 2001 (Stichwort: „Fiat Lux“).
[5] Ebd., (Stichwort: „Universelles Leben“).