Gurubewegungen

Eine markante Untergruppe der neuen religiösen Bewegungen bilden die Gurubewegungen, die den Traditionen des Hinduismus (Neo-Hinduismus) entspringen. Ein Guru wird dabei als Meister mit „höchstem Bewusstsein“ angesehen, dem die Anhänger oft umfassenden Gehorsam leisten. Ab den 1960er Jahren breiteten sich diese Gruppen durch intensive Meditation und yoga-basierte Übungen stark in Europa und den USA aus. Die Anhänger im Westen stammen meist aus einem traditionell christlichen Umfeld. Historisch breitete sich im Jahr 1964 zudem die Bewegung Vishwa Hindu Parishad (VHP) aus, die Gurus in den Westen sandte, um auch im Ausland lebende Inder anzusprechen. Nahezu alle diese Gruppierungen lehren die zentralen indischen Konzepte von universellem Karma und Reinkarnation.[1]

Aus christlicher Sicht werden Gurubewegungen kritisch beurteilt, sobald ihre Lehren dem biblischen Glauben widersprechen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach dem Heil des Menschen:

  • Gnade statt Selbsterlösung: Der christliche Glaube lehrt, dass der Mensch sein Heil nicht durch spirituelle Techniken oder eigene Bewusstseinsentwicklung erreichen kann, sondern es als freies Geschenk der Gnade Gottes empfängt.[2] Religiöse Selbsterlösung widerspricht diesem Kern des Glaubens.
  • Einmaliges Leben statt Reinkarnation: Die Vorstellung der Seelenwanderung wird abgelehnt, da das Christentum von einem einmaligen irdischen Leben und dem anschließenden Gericht Gottes ausgeht.[3]
  • Warnung vor Ersatzreligion: Die Kirche warnt allgemein vor Praktiken, die das Vertrauen auf den personalen Gott durch spiritistische Methoden oder okkulte Vorstellungen ersetzen oder verfälschen.[4]

 

In der christlichen Literatur werden unter anderem folgende Gemeinschaften zu den Gurubewegungen gezählt:[5]

Ananda Marga
Brahma Kumaris, Raya-Yoga
Devine Light Mission
Eckanar
Iskcon Hare Krishna Bewegung
Osho-Bewegung
Sahaja Yoga
Sai Baba
Sri Chinmoy
Transzendentale Meditation (TM)

[1] Gibello Erika, …jetzt sind viele Antichriste gekommen, Danielis Verlag 2008

[2] Katechismus der Katholischen Kirche (KKK), §1996–2001.

[3] Katechismus der Katholischen Kirche (KKK), §1013 sowie §1021–1022.

[4] YOUCAT, Nr. 355–356

[5] Vgl. Gibello, Erika: …jetzt sind viele Antichriste gekommen, Danielis Verlag, Schmallenberg 2008